Unser täglich Brot
Im Sommer schließt die Bäckerei Kröger. Der letzte handwerklich arbeitende Bäckereibetrieb hier in Bissendorf. Es bleiben uns die bekannten Bäckereiketten mit industriell (vor-) gefertigtem Brot – immer frisch, manchmal beim Einkauf noch warm. Also alles in Ordnung?
Youtube und Sendungen in den Mediatheken liefern zahlreiche filmische Einblicke, die daran zweifeln lassen. In einer sehr viel kürzeren Zeit als ein handwerklich arbeitender Bäcker Brot und Brötchen mit der gleichen geschmacklichen Beschaffenheit, Farbe, Kruste und Haltbarkeit herzustellen -und das sogar mehrmals täglich – erfordert den Einsatz von Zusatzmitteln. Davon gibt es eine Menge, deren Namen wir Verbraucher nicht einmal kennen. Und auch den Bäckern sind viele fremd – ebenso wie deren Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Wie diese Stoffe interagieren, wenn sie sich zusammen in unserem Darm treffen, ist Gegenstand laufender Forschungen. Fest steht, dass die kürzere Gärzeit der industriell gefertigten Ware die Zersetzung der Zusatzstoffe verhindert. Das kann zu Belastungen des Verdauungsapparats führen, wenn nicht sogar chronische Krankheiten auslösen.
Wer sich für unser Brot interessiert, findet überall weitere Informationen. Wir Verbraucher ahnen diese Zusammenhänge – und schmecken sie vielfach auch. Ein Kommentator schreibt auf der Website der genannten Bäckerei: “Natürlich etwas teurer als große Ketten, aber den Aufpreis jeden Cent wert.“ Ist uns hier in Bissendorf bewusst, was wir verlieren?
Aber wir verlieren nicht nur den Bäcker. Auch den kleinen landwirtschaftlichen Betrieben droht perspektivisch die Schließung, die der ‚Dicken Eiche‘ in Astrup ist bereits beschlossene Sache. Das sind die Betriebe, die uns außerhalb der industriellen Fertigung mit regionalen und gesunden Lebensmitteln versorgen.
Die Gründe für diese Entwicklungen sind vielfältig. „Macht viele kleine Handwerker!“ forderte der Vorsitzende der Handwerkskammer die Zuhörer auf einer Veranstaltung der Stadt Osnabrück auf. Entscheidet euch für Qualität, wie es viele Bissendorfer im Falle der Bäckerei Kröger jahrelang gemacht haben, könnte man auch ergänzen. Schützt die Böden vor Versiegelung – ein Apell, der sowohl an die Kundinnen und Kunden als auch an Landbesitzer geht. Und an die Politik. Wir sind alle eingeladen darüber nachzudenken, wohin die Reise gehen soll.
„Wie wollen wir leben?“ lautet die entsprechende Frage, mit der sich eine Gruppe von Bissendorfer:innen auseinandersetzt, die sich im Nachfolgetreffen der Filmreihe ‚The Week‘ im Gemeindesaal der Dionysiuskirche eingefunden hatte. Der Austausch geht weiter – wir traten uns am Montag, 01.06.26, 19.00 Uhr am gleichen Ort (Kirchplatz, gegenüber vom Rathaus).

