Wohnen neu denken

Wie wollen wir leben? Diese Frage beinhaltet viele Facetten. Eine davon, nämlich das Wohnen und Zusammenleben in Bissendorf, beschäftigt einige Menschen in unserem Verein.

Während neue Baugebiete geplant werden und wertvoller Boden versiegelt wird, stehen gleichzeitig in vielen Häusern Räume leer. Oft verändert sich das Leben, ohne dass sich das

Haus verändert: Die Kinder sind ausgezogen, der Partner oder die Partnerin vielleicht nicht mehr da – und plötzlich lebt ein Mensch allein in einem Haus, das ursprünglich für eine ganze Familie gedacht war.  

Muss das so bleiben? Vielleicht lohnt es sich, einmal ganz neu über das eigene Zuhause nachzudenken. Könnte ein ungenutztes Zimmer vermietet werden? Gibt es eine Einliegerwohnung oder eine Etage, die sich abtrennen ließe? Könnte aus ungenutztem Wohnraum ein Zuhause für einen anderen Menschen und gleichzeitig neue Gesellschaft für mich selbst entstehen?

Wohnraum teilen kann vieles bedeuten: ein zusätzliches Einkommen, weniger Arbeit mit einem großen Haus, geringere Heizkosten, Begegnung und gegenseitige Unterstützung.  

Und vor allem: Es bedeutet, vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen, statt immer neue Flächen zu bebauen. Denn jeder neue Bauplatz braucht Boden. Boden, der für Landwirtschaft, Wasserhaushalt, Artenvielfalt und Klimaschutz wichtig ist.  Deshalb sollten wir uns nicht nur fragen, wo wir noch bauen können, sondern auch, wie wir das, was bereits da ist, besser nutzen können. Vielleicht gibt es neben dem klassischen „Haus für eine Familie“ noch viele andere Formen: Wohnen mit mehreren Generationen, gemeinsames Wohnen mit Gleichgesinnten, Hausgemeinschaften zu gegenseitiger Unterstützung oder einfach um wieder mehr Nachbarschaft und Gemeinschaft zu wagen. 

Darüber möchten wir ins Gespräch kommen, Erfahrungen sammeln und Ideen entwickeln. Und auch überlegen, was es an Unterstützung in diesem Prozess braucht!  Wir freuen uns über Bissendorferinnen und Bissendorfer, die Lust haben, mitzudenken, eigene Erfahrungen zu teilen oder neue Wege des Wohnens auszuprobieren. Vielleicht beginnt eine Veränderung nicht mit dem nächsten Baugebiet – sondern mit einem ungenutzten Zimmer nebenan.