September 2018

Unsere Sommerpause war kein Sommerloch. Der Aktiv-Hof Nemden wurde in vielfältiger genutzt. Bei den Ferienpassaktionen konnten Taschen aus abgelegten Lieblings-T-Shirts genäht und auf Stoffbeutel eigene Motive gemalt werden, aus Stoffresten Namensschilder für die eigene Zimmertür und/oder Naturmobiles als Zimmerschmuck hergestellt werden. Zwischendurch wurde draußen gespielt, die Kinder buken Waffeln – die fast einmalig zu nennende sommerlichen Regengüsse an den beiden Tagen taten der guten Stimmung und der Kreativität keinen Abbruch!

Auch die Familien trafen sich weiterhin einmal monatlich zum Gärtnern. Mittlerweile steht das Ernten im Mittelpunkt, und die Schnecken und Kaninchen konnten weder den süßen Kirschtomaten noch den Kartoffeln, dem Schnittlauch, den Zucchini, dem Kürbis, dem Mangoldgemüse etwas anhaben. Die Kohlsorten litten sehr unter Mitessern, und während von ihnen wirklich nichts übrig blieb, konnten Kohlrabi, Sellerie und Koblauch noch in großen Teilen ‚geretttet‘ werden.
Parallel zu all diesen Aktivitäten entwickelte sich noch ein weiteres Projekt höchst erfreulich. Ob unser Vorhaben gelingen würde, auf der 950-Jahre-Nemden-Jubiläumsfeier aufzutreten, konnten sich anfangs einige TeilnehmerInnen nicht vorstellen. Doch wir haben uns und die Nemdener überzeugen können, dass die alte Tradition des Musizierens immer noch und immer wieder auf unterschiedliche Weise Freude bringt. Wir wurden von einem begeisterten Publikum beklatscht und hatten glückerlicherweise noch eine ‚Zugabe‘ in petto! Ob die musikalischen Aktivitäten eine Fortsetzung finden werden, wird sich zeigen – Interessierte können sich gern beim Verein melden! Aber die Chorgruppe selbst wird sich erst einmal bei ‚Kuchen mit Sahne‘ über das Erlebte austauschen und sich feiern!

Zwei neue Projekte sind in Planung bzw. schon in Vorbereitung. Die Idee zu einer ‘Offenen Werkstatt’ möchten wir als Verein unterstützen. Ob Dinge repariert werden oder kreativ gearbeitet wird hängt von weiteren ‘Gründungsmitgliedern’ ab. Interessierte können sich an Mathias Goege aus Nemden wenden (goege.m(at)osnanet.de oder 05402/4118)), Infos zu diesem Projekt sind auf unserer Homepage zu finden. Ein weiteres Angebot, das im Frühjahr starten soll, wendet sich an Familien mit pflege- bzw. förderbedürftigen Angehörigen. Der authentische Charakter des Aktiv-Hofs und seine Eingebundenheit in die Natur bieten einen entspannten Raum und Anlässe für vertraute und anregende Aktivitäten in Gemeinschaft. Auch zu diesem Projekt finden sich weitere Informationen auf unserer Homepage.
Der Klimawandel wird präsenter – sowohl im Vereinsgarten als auch in den Medien. Einiges haben wir hier auf dem Hof schon in unserem Lebensstil geändert. Die Zeitungslektüre löst in mir dennoch abwechselnd Gefühle von Ohnmacht, Überforderung und Resignation aus. In Gesprächen mit anderen erfahre ich, dass es vielen von ihnen ähnlich geht. Schnell haben wir zumeist einige Schuldige gefunden, listen schlaglichtartig deren Vergehen auf und stellen mal wieder das Versagen der Politik fest. In der Sache einig, es müsse sich dringend etwas ändern, gehen wir dann auseinander.
„Ich musste erst mal in meinem Kopf ein paar Saltos machen“, teilte mir jemand mit, der auf eine seiner Verhaltensweisen einen neuen Blick und damit die Voraussetzung für eine Veränderung gefunden hatte. Dinge zu reparieren, statt sie wegzuwerfen, beim Kauf darauf zu achten, dass es für Geräte Ersatzteile und vor allem eine Reparaturwerkstatt gibt, Gerätschaften mit anderen gemeinsam zu nutzen, statt sie allein zu besitzen, frische ‚saisonale‘ und ‚regionale‘ Lebensmittel zum Kochen zu verwenden, sich dem Plastik zu verweigern und Müll zu vermeiden, seinen Konsum zu überdenken… all diese häufig ungewohnten Verhaltensweisen erfordern tatsächlich eine Beweglichkeit und Bewegung im Kopf. Unsere Routinen sind solide gebahnte Spuren. Die zu verlassen und neue Wege zu gehen braucht Zeit, Übung, Ideen und auch Unterstützung.
Jede/r ist zur Teilnahme herzlich eingeladen und kann sich telefonisch oder per Mail melden. Termine sind für den Herbst geplant und werden Interessenten mitgeteilt.  Wir informieren uns, tauschen Erfahrungen und Ideen zur Entwicklung von klimafreundlichen und zukunftsförderlichen Verhaltensweisen aus. Ausgehend von den Interessen und Anliegen aller TeilnehmerInnen können wir gemeinsam die Entwicklung weiterer ‚kleiner Schritte‘ planen, uns gegenseitig in dieser neuen Sportart unterstützen: Saltos im Kopf zu schlagen!

 

Christiane Wiebens-Kessener