Bericht aus der Waldkindergruppe

Zwei Mal im Monat trifft sich seit Anfang dieses Jahres eine Gruppe von 9 Eltern mit ihren Kindern auf dem Aktiv-Hof Nemden. Die Waldkindergruppe hat ihren Namen von dem kleinen Birkenwald hinter dem Hof erhalten, in dem Beate Jäger, eine Wald- und Naturpädagogin aus Nemden, Angebote für die 4- bis 7jährigen Naturforscher macht. daneben bietet das Gelände des Hofes Raum für vielerlei Aktivitäten. Das Angebot richtet sich an Kinder von 4 bis 6 Jahren, aber natürlich sind auch die Geschwisterkinder dabei, so dass mittwochs Krabbel- und Lauflernkinder mit ihren Vätern oder Müttern auf den Hof kommen.
Als erstes holt Beate Jäger die Gitarre heraus. „Wir gehen in den Wald!“ singen alle ausnahmslos begeistert mit. Dieser Satz wird so häufig gesungen, wie Kinder da sind, denn jedes zeigt auf seine Weise, wie es sich auf den Weg macht: sich drehend oder klatschend oder hüpfend…Ganz offensichtlich kann man sich auf viele sehr unterschiedliche Arten in Bewegung setzen!
Heute, am letzten Tag vor den Ferien, soll ein Feuer gemacht und Stockbrot gebacken werden. So holen viele kleine Hände zunächst einzelne Holzscheite aus der Werkstatt, und jedes Kind legt ‚sein’ Holz vorsichtig in die Mitte der Feuerstelle. Eine Weile verfolgen sie aufmerksam an der Hand ihrer Eltern, wie die Flammen hochzüngeln, weichen dem Rauch aus oder stellen sich hinein. Und dann taucht auch schon der Gedanke an den Teig auf, den Beate Jäger unter einen Baum auf den großen Tisch gestellt hat. Die ersten formen und kneten und drehen den Inhalt ihrer Hände zu kleinen Würsten, während andere anfangen auf dem Rasen zu spielen. Mit Begeisterung spielen Eltern und Kinder ‚Wer hat Angst vorm großem Wolf’. Nach einiger Zeit wird daraus ein Fangspiel und daraus eine Balgerei zwischen Eltern und Kindern und schließlich eine Kletteraktion von Kindern auf ihren erschöpften Vater bzw. ihre Mutter. Ein paar Socken, die die Waldpädagogin mit einigen Früchten aus der Natur gefüllt hat, wecken das Interesse der Kinder. Hineingreifen, fühlen und dann in der Umgebung nach gleichen Gegenständen gucken, lautet der Auftrag. Immer wieder wird abgeglichen, Alt und Jung tastet und schließlich werden das Eichenblatt, der Tannenzapfen und andere Naturmaterialien herbei gebracht und mit dem Sockeninhalt verglichen.
Eines der Geschwisterkinder kann erst seit kurzem laufen. Immer wieder legt das Mädchen mit dem größten Vergnügen weite Strecken über das Gelände zurück, entdeckt dabei Pfützen, die Hofkatze und absolviert so ihr ganz eigenes Programm. Die anderen Kinder beginnen indes, den Stock samt Brotteig über die Glut zu halten. Immer wieder überprüfen sie, ob der Teig endlich fertig gebacken ist, doch offensichtlich reicht die Geduld nicht bei allen und auf dem Geländer herumzutollen macht manchen mehr Spaß – der eine oder andere Stock landet in den Händen der Eltern. Als Hunger und Durst gestillt sind, geht Beate mit einer Kiste in den Wald. Neugierig folgen alle in ihrem eigenen Tempo. „Wie erkennen Ameisenkinder ihre Königin?“, will Beate von den Kindern wissen. Es gibt einige kreative Ideen dazu. Beate erklärt, dass Ameisen sich an ihrem Geruch erkennen und verteilt kleine Geruchsdosen an alle. Die Eltern werden zu Ameisenköniginnen, und auch ihre Kinder erhalten jeweils eine kleine Dose mit einem Duft. Jedes Kind muss nun ‚seine’ Königin finden, indem es an den jeweiligen Dosen der Eltern riecht. Überall sieht man schnuppernde Nasen über den Behältnissen in den Händen von Kindern und Eltern. Alle finden das Spiel so faszinierend, dass sie begeistert eine Wiederholung einfordern. Und dann ist der Nachmittag auch schon vorbei. Auf dem Weg aus dem Wald heraus an der Feuerstelle vorbei werden noch Stockbrotreste geknabbert, abgelegte Kleidungsstücke aufgesammelt und vergnügt und zufrieden wünschen sich alle einen schönen Sommer und ein frohes Wiedersehen nach den Ferien – im September wird es weitergehen.